Seifenkistenklassen
- Rookie-Klasse (JUNIOR)
- Master-Klasse (SENIOR)
- Elite-Klasse
- Open-Klasse
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Alter
7 - 12 Jahre
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Material
Holz- oder Holzwerkstoff, Kunststoffspachtelmaterial, keine Spanplatten
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Bodenplatte
Holz- oder Holzwerkstoff, Kunststoffspachtelmaterial, keine Spanplatten
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Länge
205 cm
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Breite
33-45 cm
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Höhe
35-43,5 cm
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Mechanik
Alle mechanischen Teile müssen ausschließlich vom DSKD sein (Achsen, Achshalter, Lenk-Bremseinheit)
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Gewicht
Gesamtgewicht: 90 kg; Mindesgewicht auf der Vorderachse: 45 kg
Tief geduckt sitzen die Seifenkistenfahrer:innen in ihren eckigen Holzkisten und rasen dem Ziel entgegen. Die Rookie-Klasse (früher JUNIOR-Klasse), in der sieben bis zwölfjährige Kinder fahren können, ist die einheitlichste aller Seifenkistenklassen.
Die komplette Mechanik ist vom Dachverband für den Seifenkistensport, dem DSKD e. V. (Deutsches SeifenKisten Derby), vorgeschrieben. Dadurch ist eine hohe Sicherheit bei den Bauteilen gewährleistet. Das DSKD e. V. ermöglicht einen kompletten Bausatz mit den mechanischen Teilen und dem benötigten Holz zu kaufen. Selbst handwerklich unerfahrene Personen können so eine Rookie-Seifenkiste selbst zusammenbauen und auch die Kinder können so tatkräftig mithelfen. Wer das Holz lieber selbst zurecht sägen möchte, verzichtet auf den Holzbausatz und kann dafür kleinere Änderungen an der Höhe und Breite der Karosserie vornehmen.
Seit 1984 gibt es die Rookie-Klasse und seitdem hat sich die Form kaum verändert. Die eckige Karosserie darf nur aus Holz gebaut werden und unterscheidet sich nur in Höhe und Breite von anderen Rookie-Seifenkisten. Das Herzstück im Inneren der Rookie-Seifenkiste ist die Lenk-Bremseinheit. Mit den Füßen bedient der Fahrer die Stempelbremse und die waagerechte Lenkstange ermöglicht es dem Fahrer die Seifenkiste zielgenau über die Strecke zu fahren. Zusätzlich befinden sich innen noch Achshalter für die Vorder- und Hinterachse. Mit ihr kann beispielsweise der Lenkeinschlag eingestellt werden. Gewindestangen, welche mit dem Bodenbrett verschraubt sind, erlauben die Befestigung von Gewichten.
Damit das Gewicht der Kinder keinen Vorteil haben dürfen zusätzlich Gewichte angebracht werden. Zusammen dürfen Fahrer:in und Seifenkiste nicht mehr als 90 Kilogramm wiegen. Seit dem Jahr 2007 ist außerdem vorgeschrieben, dass die Achslast vorne mindestens 45 Kilogramm betragen muss.
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Alter
ab 11 Jahren
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Material
Holz- oder Holzwerkstoff, Kunststoffspachtelmaterial, keine Spanplatten
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Bodenplatte
Durchgehende Platte aus Holz- oder Holzwerkstoff (kein Spanmaterial), min. 20 mm dick
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Länge
215 cm
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Breite
mindestens 30 cm
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Höhe
mindestens 34 cm
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Mechanik
Alle mechanischen Teile müssen ausschließlich vom DSKD sein (Achsen, Achshalter, Lenk-Bremseinheit)
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Gewicht
Gesamtgewicht: 113 kg; Mindesgewicht auf der Vorderachse: 50 kg
Mit der Einführung der JUNIOR-Klasse (heute Rookie-Klasse) als Einstiegsklasse im Jahre 1984, wurde die bestehende Klasse in SENIOR-Klasse umbenannt. Seit dem Jahr 2026 heißt sie Master-Klasse. Ursprünglich durften Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren in dieser Klasse starten. Im Laufe der Zeit wurden die Regeln angepasst und heute fahren 11 bis 21 Jährige mit den Seifenkisten, die stark einer Zigarrenform ähneln. Daher wird im Zusammenhang von Master-Kiste auch oft von Zigarrenkisten gesprochen. Die Master-Klasse ist eigentlich eine sehr freizügige Klasse. Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben und Fahrer:innen dürfen sowohl sitzen, als auch liegen. Doch im Laufe der Zeit wurden die Bauformen an die Aerodynamik optimiert, sodass sich Master-Kisten nur noch in kleinen Details unterscheiden: wie zum Beispiel dem Umfang oder die Form an der Spitze der Seifenkiste. Durch die liegende Position liegt der Kopf niedriger als bei einer Rookie-Kiste und die Sicht ist daher begrenzt. Je nach Bauart sind nur die obere Hälfte der vorderen Reifen zu sehen. Das bedeutet auch, dass die Fahrer:innen, neben ein wenig Übung, vor allem lernen müssen vorausschauend zu fahren.
Die Position des Bremspedals lässt sich an dieser Seifenkiste meist einstellen. Dafür und zum anbringen der Gewichte gibt es eine Inspektionsklappe an der Spitze der Master-Kiste. Die Technik im Innern der Master-Seifenkiste ist ähnlich aufgebaut wie in der Rookie-Seifenkiste. Die Achshalter und die Lenkbremseinheit sind jedoch nicht speziell vorgeschrieben und können somit selbst konstruiert werden. Auf einer Bodenplatte im Innern wird die Mechanik konstruiert. Die Karosserie besteht meistens aus Glasfaserkunststoff, kurz GFK, manchmal aber auch aus Holz oder Carbon. Beim Zusammenbau wird meistens mit zwei oder mehr Formteilen gearbeitet, die zum Schluss zusammengeklebt werden. Die Form der Master-Seifenkisten hat sich im letzten Jahrzehnt kaum verändert, sodass es neben der Fahrerleistung auch auf die verbaute Mechanik ankommt. Auch mit dem Gewicht lässt sich auf der Strecke noch Zeit herausholen. Das Gewicht ist auf maximal 113 Kilogramm begrenzt. Seit dem Jahr 2007 wurde eine Mindestvorderachslast von 50 Kilogramm festgelegt, damit kleinere Kinder keinen größeren Vorteil mehr haben. Denn durch die geringe Größe des Kindes war es möglich, mehr Gewicht im hinteren Bereich zu platzieren. Seit dieser Regeländerung sind die Chancen ausgeglichener. Das Leergewicht einer Master-Kiste liegt, je nach Materialart, um 35 Kilogramm inklusive eingebauter Mechanik.
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Alter
ab 12 Jahre
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Material
Nichtsplitternder Kunststoff, Holz- oder Holzwerkstoff, keine Spanplatten
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Bodenplatte
Durchgehende Platte aus Holz- oder Holzwerkstoff (kein Spanmaterial), min. 20 mm dick
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Länge
235 cm
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Umfang
Umfang 20 cm vom Bug: min. 95 cm; Umfang vor der Einstiegsöffnung: min 145 cm
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Höhe
Höhe vor der Einstiegsöffnung: min 41cm
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Mechanik
Original DSKD-Vierkantachsen
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Gewicht
Gesamtgewicht: 150 kg; Mindesgewicht auf der Vorderachse: 60 kg
Da der Seifenkistensport Jugendliche ausschloss die aufgrund ihrer Körpergröße nicht mehr in eine Master-Kiste (früher SENIOR) hineinpassen beziehungsweise die Master-Kisten mit einem deutlich größeren Umfang einen aerodynamischen Nachteil besitzen, entschlossen sich die Vereine im Jahr 2006 eine neue Klasse zu erschaffen. In der Elite-Klasse fahren Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Seit dem Jahr 2023 werden die Elite-Klassen für die Erwachsenen mit der Klasse der Jugendlichen in den Deutschen Meisterschaften zusammengefasst. Die Form der Elite-Seifenkiste ähnelt stark einer Master-Kiste. Das Gesamtgewicht der Elite-Klasse und der Klasse für die Erwachsenen ist auf 140 Kilogramm begrenzt. Auf der Vorderachse muss ein Gewicht von mindestens 60 Kilogramm erreicht werden. Die Mechanik ist meistens von den Master-Kisten adaptiert. Durch die größere Kiste ist das arbeiten an der Lenk-Bremseinheit oder den Achshaltern deutlich angenehmer. Wie bei der Master-Kiste werden Elite-Seifenkisten meist aus mindestens zwei Formen mit GFK hergestellt.
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Alter
ab 7 Jahre
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Material
Keine Vorgaben
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Bodenplatte
Trägt Mechanik und Aufbau
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Länge
maximal 235 cm
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Breite
65-90 cm
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Höhe
max. 90 cm
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Mechanik
Original DSKD-Vierkantachsen sind verpflichtend
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Gewicht
max. 160 kg (zusätzlicher Ballast verboten)
Die jüngste Klasse unter den offiziellen Seifenkistenklassen ist die Open-Klasse (früher DSKD Open). Da die Kreativität in den anderen Klasse meistens nur im Lack freien Lauf gelassen werden kann, entstand die Idee eine möglichst offene Klasse zu entwickeln, die viel Kreativität und Erfinderreichtum zulässt. Im Jahr 2014 wurde die Klasse unter dem Namen DSKD-Open eingeführt. Im Jahr 2026 folgte die Umbenennung in Open-Klasse.
Damit die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird, sind in der Open Klasse die Verwendung von offiziellen DSKD-Achsen vorgeschrieben. Durch die in vielen Rennen verwendeten Startrampen müssen die Open Kisten gewisse Hauptmaßen einhalten. Somit haben kreative Tüftler:innen die Möglichkeit eine Seifenkiste zu bauen, die sich von den anderen Seifenkisten deutlich unterscheidet, trotzdem die nötigen Sicherheitsstandards einhält und zugleich auch an offiziellen Rennen teilnehmen kann. Die Wertung erfolgt nicht über die einzeln addierten Läufe, sondern der Fahrer/-in fährt auf Zeitgleichheit. Das bedeutet, dass er auf der gleichen Bahn einen Referenzlauf fährt und die Differenz der Läufe mit dem Referenzlauf werden zusammengerechnet. Der Fahrer/-in mit der niedrigsten Gesamtzeit gewinnt somit die Wertung. Somit muss die Seifenkiste nicht zwingend die schnellste Seifenkiste sein. Auch für die Zuschauer bietet diese Klasse den ein oder anderen echten Hingucker.